Warum eine Ruder-Bundesliga?

Rudern ist eine Traditionssportart. In Deutschland existiert Vereinsrudern seit 1836, als Deutschlands erster Ruderverein, der Hamburger und Germania-Ruder-Club, von jungen Hamburger Kaufleuten gegründet wurde.

Seit dem Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit ist Rudern elementarer Bestandteil des olympischen Programms. Der Achter als größte und schnellste Bootsklasse nimmt seit jeher eine Sonderstellung ein, er verkörpert wie keine andere Bootsgattung Teamgeist, Leistungsbereitschaft, Eleganz und Energie. Wenngleich der Rudersport heute  weniger als früher in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, erinnert sich jeder an die Marke  Deutschlandachter, der, in wechselnder Besetzung, große Erfolge errang. Mit den Olympiasiegen von Rom (1960), Mexiko-Stadt (1968) und Seoul (1988) seien nur die größten Erfolge genannt.

Die Ruder-Bundesliga (RBL), als im Jahr 2009 für Achtermannschaften neu eingeführte Rennserie, bietet nun den deutschen Rudervereinen ein weiteres, überaus zuschauer- und medienfreundliches, Regattaformat. In diesem Ligasystem starten im Rudersport erstmals an jedem der sechs Rennwochenenden der Saison die jeweils gleichen Vereinsmannschaften einer Liga gegeneinander und sammeln durch ihre Platzierungen Punkte für die Ligatabellen.

„Dieses Wettkampfkonzept wird in dieser Form in anderen Mannschaftssportarten bekanntlich schon seit über 40 Jahren verwendet“, stellt Mitinitiator Arne Simann fest. Und das mit Erfolg, „denn nahezu jedem, auch wenn er eigentlich der Sportarten fremd ist, kann ohne großen Aufwand mit einem Blick auf die Tabelle das Sportgeschehen nachverfolgen und die Leistungen der Teams einschätzen“, stellt der geborene Ratzeburger fest, der neben der Pressearbeit auch für die Moderation der RBL-Rennen zuständig ist.

Genau das soll die neue Rennserie, in dem die Ruder-Achter nur noch über die explosive 350m-Distanz antreten, auch für die Traditionssportart Rudern leisten. Zur weiteren Vereinfachung des Regattageschehens treten in der Endrunde jedes Rennwochenendes die Achter im K.O.-Modus gegeneinander an, um die Platzierungen aus zu sprinten. Über die Zuschauerattraktivität hinaus bietet die Ruder-Bundesliga die Chance, darüber sind sich Initiatoren und Deutscher Ruderverband einig, ihrem Sport die längst vergangene Aufmerksamkeit in der medialen Öffentlichkeit zurückzugeben.

Dabei setzen die Macher Arne Simann und Nils Budde in ihrer Konzeption ausschließlich auf die Königsklasse, den Achter, um Zuschauer und Interessierte nicht mit dem kompletten „Dschungel“ der verschiedensten Bootsklassen im Rudersport zu überfordern.

Damit die Renn-Wochenenden zum Erlebnis für Jedermann werden, wird jedes einzelne Rennen mit attraktivster Moderation und nicht zu überhörenden Bassklängen begleitet. Nicht zuletzt ist auch Gänsehautgefühl garantiert, wenn die Duellrennen in den Vorstartphasen mit Spannungsmusik befeuert und die Mannschaften an der Start gebeten werden.

„Wenn die Achter mit über 40 Schlägen in der Minute zu den Bässen die Strecke hinunter donnern ist das selbst für schon langjährige Ruder-Fans noch ein völlig neues und emotionales Erlebnis!“, beschreibt Michael Gieseking, der die Mannschaft Minden „up&awake“ in der Saison 2009 bereits begleitete, und fügt hinzu: „Das sollte man sich in dieser Saison auf jeden Fall noch einmal anschauen! Einfach klasse!“